Yggi's Kosmos

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Es gibt kleine und große Strukturen. Im kosmischen Maßstab sind Sonnensysteme oder Sternenhaufen winzig. Selbst kleinere Galaxien (die Magellanschen Wolken etwa) oder Sternensammlungen wie die Milchstraße verblassen und sind nur noch als winzige Lichtpunkte wahrnehmbar, würden wir uns immer weiter von unserer Heimat entfernen und jene Strukturen betrachten, die wir als Galaxien- oder sogar Superhaufen kennen.

 

 

Galaxienhaufen sind gravitativ aneinander gebundene Galaxien, die als Gruppe betrachtet werden können. Sie beinhalten teilweise nur eine Handvoll an Galaxien. Größere Haufen "beinhalten" mitunter hunderte bis tausende von Sterneninseln. Wenn wir nun daran denken, dass es Millionen solcher Haufen im Kosmos gibt und sie sich alle zu größeren, spinnenwebenartigen Strukturen sammeln, würde solches Bild rauskommen:

 

 



Wir hatten es bereits im letzten Blog, ich weiß: Würde man ein Gesamtbild des Kosmos aufnehmen, bekämen wir ein solches Bild. Auffällig ist, dass sich die Galaxienhaufen und Superhaufen zu diesen synapsenartigen Strukturen verbinden und den gesamten Kosmos durchziehen. Doch sollte man nicht denken, dass diese überall sind: Zwischen ihnen befinden sich sog. Voids, gigantische Hohlräume mit mehreren Mio. Lichtjahren Ausdehnung. Die beste Bezeichnung dieser Leerräume wäre wohl das NICHTS.

 

 

Galaxienhaufen haben die Eigenschaft, dass ihre "Bestandteile", die Galaxien, gravitativ aneinander gebunden sind und sich aufeinander zubewegen. Meist befindet sich in der "Mitte" eines solchen Haufens eine große elliptische Galaxie mit ausreichender Masse, auf welche die anderen Galaxien zudriften (gleichwohl bewegt sich die massereichste auch auf die anderen zu).

 

Auch unsere Milchtsraße ist Teil eines Galaxienhaufens, der sich aus verschiedenen größeren Galaxien zusammensetzt (Andromeda und Milchstraße sind zwei von insgesamt 12 Galaxien des Haufens). Dieser Haufen wiedeurm bewegt sich mit 600 Kilometer in der Sekunde auf den sog. Virgo-Superhaufen zu. Virgo ist nun derart riesig, dass bis zu 100 Galaxienhaufen auf einen gemeinsamen Punkt zudriften. Denk man nun daran, dass jeder dieser Haufen aus zehn bis hundert Galaxien besteht, sind die Ausmaße dieses Superhaufens wahrhaft gigantisch.

 

 

 

Betrachtet man einen solchen Haufen aus großer Entfernung, werden die Anzahl der Galaxien, die sich in ihm befinden, und auch seine Ausmaße deutlich. Hier ist etwa NGC 2218 zu sehen: Dieser Galaxien-Superhaufen befindet sich in über 200 Mio. Lichtjahren Entfernung und misst etwa 10 Mio. Lichtjahre in der Ausdehnung.

 

 

Insgesamt bildet sich, wenn wir an Galaxienhaufen und Superhaufen, nun folgendes Bild des Universums: Galaxien sind nicht gleichmäßig im Raum verteilt. Sie verbinden sich in Galaxienhaufen  und Superhaufen, welche sich wiederum zu Filamenten in schaumartigen Gebilden im Kosmos sammeln. Zwischen ihnen befinden sich die Voids, Leerräume geringer Galaxiendichte. Entstanden sind diese Dichteschwankungen schon am Anfang des Urknalls.

 

Diese Dichteschwankungen sind messbar, wenn wir die kosmische Hintergrundstahlung mit einem Radioteleskop betrachten (das Rauschen eines Fernsehers, wenn kein Programm empfangen wird, ist übrigens die kosmische Hintergrundstrahlung). Es offenbaren sich Räume geringerer und größerer Dichte. Nun war es am Anfang so, dass die Dichteschwankungen relativ klein waren. Je weiter sich der Kosmos dann ausbreitete und je mehr Zeit verstrich, desto ausgeprägter wurden jene Regionen, wo anfangs eine größere Dichte herrschte. Gemäß den Gesetzen der Gravitation zogen sie mehr Materie an als andere Gebiete, sodass die heutigen Strukturen entstanden.

 

 

 

Galaxienhaufen werden in Klassen eingeteilt. Befindet sich z.B. nur eine einzige Galaxie im Mittelpunkt, auf die viele kleinere Galaxien zustreben, kommt der Haufen in die cD-Klasse. Sitzen zwei Galaxien in der Mitte, wird er in Kategorie B eingeordnet. Die Grenzen werden schwammiger, wenn man sich zwischen C, I, L und F entscheiden muss.

 

 

Natürlich sind die Übergänge zwischen den Bezeichnungen Galaxienhaufen oder Superhaufen fließend. Wichtig ist zu betonen, dass jeder Galaxienhaufen irgendwann in ferner Zukunft zu einer einzigen Riesengalaxie wird. Große Galaxien verleiben sich kleinere Galaxien ein und werden so immer massereicher; durch diese Massenzuwachs sind jene Galaxien, die wir heute kennen, erst zu solchen geworden. Auch unsere Milchstraße und die Andromeda-Galaxie werden irgendwann einmal Teil eines größeren Systems sein.

 

Das ist sozusagen das Schicksal des Universums: Zwar breitet sich der Kosmos mit beschleunigter Expansion aus, doch werden die bestehenden Strukturen an einzelnen Punkten immer massereicher. Selbst Superhaufen werden in ferner Zukunft nur eine einzige riesige Sternenansammlung sein. Das Schicksal des großen Raumes ist also nicht, bis in alle Ewigkeit hinein mit leuchtenden Sternen und Galaxien gefüllt zu sein, sondern irgendwann metaphorisch den lichtlosen und schwarzen Kältetod zu sterben.


Tags:

Sterne Galaxienhaufen Galaxien Milchstraße Gestalt des Universums Yggi's Kosmos


Bewertung: super!

20 Kommentare

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Am 27 Sep um 19:54 TogeFlow
Du übertreibst mit deinen ++ Blogs images/smilies/SC18.gif

Achja: ++ images/smilies/m-smile.gif

Werden wir dann alle sterben wenn wir in 2000000 Milliarden Jahren in einer Supergalaxie leben? images/smilies/SC29.png

Am 27 Sep um 19:58 DukeNukem
Wusst ich in diesem Fall zwar alles schon, aber wie immer ein super Blog images/smilies/m-smile.gif

Am 27 Sep um 20:40 dogma
passt zwar irwie nich so ganz zu cw aber wenigtens kann man was lernen images/smilies/m-grin01.gif

Am 27 Sep um 20:48 Ashrak
flow89:
Du übertreibst mit deinen ++ Blogs images/smilies/SC18.gif

Achja: ++ images/smilies/m-smile.gif

Werden wir dann alle sterben wenn wir in 2000000 Milliarden Jahren in einer Supergalaxie leben? images/smilies/SC29.png

Wenn unsere Rasse es tatsächlich so lang macht, werden selbst wir bis dahin die Raumfahrt gemeistert haben. images/smilies/SC29.png

Am 27 Sep um 20:55 BetaVersion
Wie immer sehr interessant...

Am 27 Sep um 22:23 TheGii
Danke! images/smilies/m-smile.gif

Am 27 Sep um 23:21 Pogostar
Grandioser Blog! ++

Am 28 Sep um 13:49 MagicMaster
dogma:
passt zwar irwie nich so ganz zu cw aber wenigtens kann man was lernen images/smilies/m-grin01.gif


das hier ist eine Seite voller Nerds. Neben Informatikblogs wüsste ich nicht, was besser auf so eine Seite passen würde images/smilies/ugly.gif

@Topic:
wusste ich schon alles, aber wie immer gut geschrieben und super Thema, also ++ images/smilies/m-smile.gif

Am 29 Sep um 17:16 frygon
Wiedermal verdient ++
Die große Frage bleibt aber wo ist die Anti- und wo die dunkle Materie, die ein vielfaches der uns bekannten Materie ausmachen soll.

Am 29 Sep um 17:30 nighty
wenn man sich die Ausmaßen ansieht, wird man echt neugierig wieviele und welche "Welten" sich dort befinden...welche Zivilisationen....welche Lebensformen.....zu schade nicht "fast allwissend" zu sein...images/smilies/m-wink.gif

Am 29 Sep um 20:59 MagicMaster
frygon:
Wiedermal verdient ++
Die große Frage bleibt aber wo ist die Anti- und wo die dunkle Materie, die ein vielfaches der uns bekannten Materie ausmachen soll.


Was hat das mit Antimaterie zu tun? images/smilies/m-confused.gif
Dunkle Materie ist jetzt auch nicht so viel (wenn man den Theorien glauben will), Dunkle Energie gibt's viel.
Erstmal sowieso abwarten, ob sich die Theorien um die Dunkle Materie/Energie bewahrheiten. Bin immer noch skeptisch, dafür wirken große Teile davon einfach viel zu gekünstelt.

Am 29 Sep um 23:03 ZidaneTribal
MagicMaster:


Was hat das mit Antimaterie zu tun? images/smilies/m-confused.gif
Dunkle Materie ist jetzt auch nicht so viel (wenn man den Theorien glauben will), Dunkle Energie gibt's viel.
Erstmal sowieso abwarten, ob sich die Theorien um die Dunkle Materie/Energie bewahrheiten. Bin immer noch skeptisch, dafür wirken große Teile davon einfach viel zu gekünstelt.


Wie erklärt sich dann die Expansion des Universums?

Am 29 Sep um 23:32 Amgash
Wenn man so übers Universum nachdenkt bekommt man echt Depressionen...

Am 29 Sep um 23:44 Yggdrasill
Amgash:
Wenn man so übers Universum nachdenkt bekommt man echt Depressionen...


Wieso Depressionen? Du bekommst die Antwort aller Fragen, wenn du dich mit dem Universum beschäftigst: Warum sind wir hier, woher kommen wir. Diese Fragen und noch einige kannst du dir selbst beantworten, wenn du dich der philosophischen Konsequenz anvertraust, die die Beschäftigung mit dem Universum mit sich bringt.

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Am 29 Sep um 23:47 Yggdrasill
ZidaneTribal:


Wie erklärt sich dann die Expansion des Universums?


Es gibt vielleicht etwas, dass man als dunkle Energie bezeichnen könnte. Bevor wir jedoch nicht wissen, was es ist, können wir nur spekulieren und diese Ersatzkonstanzen einsetzen, die die Beschäftigung damit etwas einfacher machen images/smilies/m-smile.gif

Ich bezweifle, dass wir in den nächsten Jahren darauf stoßen werden. Wir erforschen den Weltraum gerade mal seit 100 Jahren mit moderneren technischen Mitteln und stoßen fast schon täglich auf überraschende Sachen. Der ganz große Wurf aber, die Erklärung dieser zwei mysteriösen Kärfte/Massen, fehlt natürlich noch images/smilies/m-smile.gif

Am 29 Sep um 23:58 Amgash
Yggdrasill:


Wieso Depressionen? Du bekommst die Antwort aller Fragen, wenn du dich mit dem Universum beschäftigst: Warum sind wir hier, woher kommen wir. Diese Fragen und noch einige kannst du dir selbst beantworten, wenn du dich der philosophischen Konsequenz anvertraust, die die Beschäftigung mit dem Universum mit sich bringt.

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Wenn ich über das Universum nachdenke dann ergeben sich immer mehr Fragen auf die ich einfach keine Antwort finde. Das Universum ist so unglaublich, einfach in jeder Hinsicht. Allein die Größe, die Entfernungen, die Anzahl der Sterne. Das können wir uns doch nichtmal mehr vorstellen. Wir sind nichts im Vergleich zum Universum. Und so viele Antworten man auch findet, das Gefühl, dass wir nichts sind im Vergleich zum Universum, das bleibt einfach.

Am 30 Sep um 00:39 Yggdrasill
Amgash:



Wenn ich über das Universum nachdenke dann ergeben sich immer mehr Fragen auf die ich einfach keine Antwort finde. Das Universum ist so unglaublich, einfach in jeder Hinsicht. Allein die Größe, die Entfernungen, die Anzahl der Sterne. Das können wir uns doch nichtmal mehr vorstellen. Wir sind nichts im Vergleich zum Universum. Und so viele Antworten man auch findet, das Gefühl, dass wir nichts sind im Vergleich zum Universum, das bleibt einfach.


Was die Größe angeht: Die packen Astronomen doch in recht kompakte Zahlen, vorstellen wird man sich das nie können. Wäre auch zu viel verlangt, sich Ausmaße vorzustellen, die allem Rationalem spotten *g*

Für die Fragen gilt: Es kommt ganz darauf an, welche wir uns stellen. Wenn wir wirklich hartnäckig sind und den Grund für alles suchen, werden wir zwangsläufig depressiv, weil wir irgendwann an eine Erkenntnisgrenze gelangen. Mehr ist (hier möchte ich mich allerdings bewusst zurückhalten) in unserem heutigen Verständnis nicht möglich, doch können wir von Glück reden, dass wir in einer recht aufgeklärten Zeit leben! images/smilies/m-smile.gif

Was unsere Kleinheit angeht: Auch das ist ein Aspekt, den wir akzeptieren müssen. Er eignet sich hervorragend dazu, unsere eigene Zerbrechlichkeit angesichts kosmischer Kräfte (und unseres eigenen Handelns, das ja leider immer mehr zur Selbstzerstörung wird), vor Augen zu führen.

Wir sollten lieber dankbar sein, dass wir diese Erkenntnis haben, anstatt uns für den Mittelpunkt des Universums zu halten, meine ich images/smilies/m-smile.gif

Am 30 Sep um 01:17 Kodama
@Amgash

Um zu verstehen was ein Mensch/Haus/Auto/Baum/Stadt/Meer ist musst du auch nicht alles über jedes einzelne der Atome aus denen es besteht wissen, also warum machst dir beim Universum Stress? Und das Wissenschaft die Menge dessen was wir nicht wissen verringert ist ein Trugschluss denn mit jeder Antwort stellen sich neue Fragen. Das Problem ist das wir nicht wissen welche Fragen wir stellen müssen/wichtig sind. Was viele so frustriert ist aber wahrscheinlich eher das Wissenschaft uns dem Sinn der Dinge nicht näherbringen kann. Die Sinnfrage ist ein philosophisches Problem.

Am 30 Sep um 15:16 MagicMaster
ZidaneTribal:


Wie erklärt sich dann die Expansion des Universums?


Mir erscheint vieles bei der dunklen Energie/Materie zu gekünstelt. Es ist aber momentan ein Modell, mit dem man Berechnungen anstellen kann etc.

Ich denke ja, dass wir in der Hinsicht an einer Stelle sind, wie Ende des 19. Jahrhunderts. Als auf einmal herrauskam, dass kein Äther existiert, der als Übertragungsmaterial für Licht fungiert. Bis dahin war der Äther ein gutes Modell, um das alles zu beschreiben, aber auf einmal hat man den eigentlichen Grund für das alles gefunden (Licht als Eigenschaft des Raumes) und konnte alles noch besser erklären.
Ich kann natürlich nicht in die Zukunft sehen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass irgendwie sowas auch bei der dunklen Energie passieren wird.

Am 27 Mai um 17:19 StefSan
super Blog images/smilies/m-smile.gif

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