Yggi's Kosmos

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O Andromeda, du holde Maid

 

 

Andromeda, die antike Frauen- und Göttinnengestalt, Tochter der Kassiopeia und des Kepheus, Geliebte des Perseus (er befreite sie aus den Fängen des Meeresungeheuers Ketos), ist eine griechische Sagengestalt und hatte zusammen mit ihrem Mann u.A. Perses, den Stammvater aller persischen Könige, zum Sohn.

 

Wie es üblich war, wurden in nahezu allen Kulturen der Welt mythologische Gestalten auf den Himmel projiziert, weil man dachte, dass sie dort ihre Heimat hätten. So ziehen seitdem unzählige Gestalten aus allen antiken sagenhaften Vorstellungen der Welt (jeder Kulturkreis hat natürlich seine eigenen Gottheiten) ihre Bahnen am Himmel – egal ob Sterne, Planeten, Galaxien oder Kometen, jeder leuchtende Punkt am Erdfirmament.

 

 

In dieser Form wird uns auch Andromeda an ihre eigene göttliche Vergangenheit gemahnen, jene Galaxie, die das Schicksal der Milchstraße in Zukunft maßgeblich beeinflussen wird. Doch um welches Gebilde handelt es sich bei Andromeda, wenn wir von dieser Schönheit sprechen?

 

 

Der durch ein Fernglas diffus zu sehende Lichtfleck ist als eine massereiche und gigantische Galaxie bekannt geworden, nicht als Nebel, wie man es Jahrtausende vermutete. Doch hält sich der Name 'Nebel' immer noch, sodass viele Leute von einem Gasklumpen zu sprechen scheinen, und nicht von einer Galaxie.

 

 

Andromeda gehört, genauso wie unsere Milchstraße, die Magellanschen Wolken und andere kleinere Galaxien, zur sog. Lokalen Gruppe, einer Ansammlung von Sterneninseln, die auf einen gemeinsamen Schwerpunkt zustreben und sich dabei anziehen – jede Galaxie der Lokalen Gruppe beeinflusst die andere. Welche Auswirkungen eine solche Kollision hat, habe ich bereits in einem Video erklärt, auf das ich gerne hinweisen möchte:


 

Die Kollision zwischen Milchstraße und Andromeda - der Zusammenprall zweier Galaxien

 

 

Durch das Teleskop betrachtet sieht Andromeda wie jede andere beliebige Galaxie aus:

 

 

In der Mitte ist ein leuchtender 'Ball', der galaktische Kern, zu sehen, den jede Galaxie im Universum besitzt – aufgrund der Tatsache, dass die Materie zur Mitte hin immer dichter wird, befinden sich dort die meisten Sterne.

 

 

Auch wenn Andromeda ähnlich wie unsere Milchstraße zu sein scheint, so gibt es zwischen diese beiden galaktischen Nachbarinnen gravierende Unterschiede.

 

 

So ist die Masse von Andomeda ungleich höher als die der Milchstraße – Messungen ergaben, dass etwa zwei- oder dreimal soviel Sterne in dieser Galaxie vorhanden sind wie in unserer eigenen. Dies macht sich auch in den Ausmaßen deutlich, die der 'Nebel' besitzt: Mit einem Durchmesser der galaktischen Scheibe – also ihren 'Armen' – von etwa 140.000 Lichtjahren ist sie um mehr als 40.000 Lichtjahre größer als die Milchstraße und damit die größte Galaxie in der Lokalen Gruppe.

 

 

Die 2,5 Mio. Lichtjahre entfernte Andromeda besitzt zwölf Satellitengalaxien und eine geschätzte Masse von 1 Bio. Sterne.

 

 

Die Zwerggalaxie M32 umkreist Andromeda in einem Abstand von 20.000 Lichtjahren und besitzt ca. 3 Mrd. Sonnenmassen. Damit ist sie etwa so groß wie die zwei Magellanschen Wolken der Milchstraße.

 

 

Nicht nur hinsichtlich ihrer Größe ist Andromeda etwas Herausragendes: Man hat bis zu einer Entfernung von 500.000 Lichtjahren einen dünn gesäten Halo aus Roten Riesensternen um die Galaxie gefunden. Man weiß zwar nicht, wie diese dort hingekommen sind, doch ist diese Erscheinung einzigartig, da unsere Milchstraße oder andere Galaxien so etwas nicht besitzen.

 

 

Als 'unmittelbare' Nachbarin können wir die Galaxie so beobachten, wie wir es mit der Milchstraße nie tun könnten. Da wir erst aus unserer eigenen Galaxis hinaus reisen müssten, um sie von außen zu beobachten, haben wir mit Andromeda eine einmalige Gelegenheit, die Spiralstruktur der Arme, die Zusammensetzung in ihrem Inneren und schließlich den Halo (die sog. Galaxienatmosphäre) zu erforschen.

 

 

Andromeda scheint nicht nur im sichtbaren Licht hell, sondern auch in anderen Spektren. Begutachten wir die Galaxie etwa durch eine Infrarot-Kamera, fallen uns weit gesäte, die ganze Galaxis umspannende Sternentstehungsgebiete auf, die sich neben den Spiralarmen auch im galaktischen Kern befinden:

 

 

 

 

Mit einer Geschwindigkeit von 114 Kilometern in der Sekunde bewegt sich dieses gigantische Galaxiengebilde auf uns zu und wird in einigen Mrd. Jahren, wenn die Sonne bereits ein Roter Riese ist und die Erde verschlungen hat, mit der Milchstraße zusammenstoßen.

 

 

Das Zentrum Andromedas ist sehr interessant: Millionen von Blauen Riesensternen – sog. Wolf-Rayet-Objekte – umkreisen den galaktischen, aus einem Schwarzen Loch mit mehreren Mio. Sonnenmassen bestehenden Kern in einer sehr geringen Entfernung und kommen sich dann ab und zu in die Quere. Die dabei frei werdende Energie pro Tag entspricht einer Energie, die die Milchstraße in 100 Mio. Jahren verbraucht.

 

 

Die Astronomen der Landessternwarte Tautenburg haben das Zentrum unserer Nachbargalaxie aufgenommen und den Bulg (engl. von Bulge: 'Ausbeulung', Anhäufung'; Bulg nennt man den Kernbereich einer Galaxie) vergößert:

 

 

 

 

Im Bulg von Andromeda befinden sich viele sog. ULX, Ultraleuchtkräftige Röntgenquellen (ultra-luminous X-ray source, kurz ULX). Diese Objkte faszinieren Astronomen schon seit Langem, denn sie sind sehr selten, können aber sowohl im nahen als auch im fernen Universum beobachtet werden. ULX emittieren eine Menge an Strahlung Leuchtkraft, sind jedoch nicht mit den Suppermassiven Schwarzen Löchern im Zentrum von Galaxien zu verwechseln, ebenfalls leuchtstarken Himmelsobjekten, die sich in jeder Galaxie finden.

 

 

Es gibt zwei Entstehungstheorien dieser ULX: "Entweder handelt es sich um stellare Schwarze Löcher, die extrem viel Materie verschlucken, oder es sind Schwarze Löcher mittlerer Masse, die Materie auf einem niedrigeren Niveau schlucken. Diese vermuteten Mittelklasse-Schwarzen-Löcher sind deutlich massereicher als stellare Schwarze Löcher, reichen aber nicht an die gewaltigen Massen der supermassereichen Schwarzen Löcher in den Zentren von Galaxien heran" (Zitat von: Astronews).

 

 


Da die ULX sehr selten auftreten, müssen die Astronomen, um mehr über diese merkwürdigen Himmelsobjekte herauszufinden, vermutlich mehrere Jahre warten - bis es wieder zu einem Ausbruch kommt, gibt es aber noch genug andere Geheimnisse des Universums, die entlüftet werden wollen.


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23.000 Jahre Lichtjahre entfernt liegt unser Sonnensystem vom Zentrum der Milchstraße; ein Durchgang der Sonne um unsere Galaxie dauert 250 Mio. Jahre - bedenken wir, dass das mehrzellige Leben auf der Erde ca. 500 Mio. Jahre alt ist, so hat die Erde seitdem zweimal die Milchstraße umrundet und dabei in dieser Zeit eine Strecke von 120.000 Lichtjahre zurückgelegt.

 

Doch warum kreisen "wir" überhaupt in einer scheinbar festen Position um die hell erleuchtete Galaxienscheibe und driften nicht hilflos in die Leere des intergalaktischen Vakuums?

 

Um eine Antwort zu erhalten, müssen wir den Kern der Galaxie betrachten.

 

 

 

Das hell erleuchtete Zentrum: In ihm befinden sich Milliarden von Sternen und riesige Energien.

 

 

Die Antwort, sie liegt im Kern

 

Wie in jedem Galaxien-Kern, so ist auch im Kern der Milchstraße ein "supermassives" Schwarze Loch. Supermassiv deswegen, weil es aus ungeheuerlich viel Material besteht.

 

Es gibt nichts Bekanntes im Universum, das dichter als ein Schwarzes Loch ist - die Schwerkraftfallen stellen die letzte Entität dar, das maximal Erreichbare dessen, zu dem sich Materie transformieren kann. Nichts, was einem Loch im Raum-Zeit-Kontinuum zu nahe kommt, gelangt je wieder hinaus, selbst Licht entkommt ihm nicht.

 

Wie nun schon seit Längerem bekannt ist, gibt es nicht nur ein Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße, sondern zwei - dies haben Radio-Untersuchungen ergeben, die mit dem VLA in New Mexico durchgeführt wurden.

 

Aufgrund der großen Entfernung sind die zwei Röntgenquellen sehr undeutlich und nur durch ihre unmittelbaren Auswirkungen auf ihre nähere Umgebung zu beobachten. Auf einem Bild dargestellt sieht dies so aus:

 

 

 

Die als Saggitarius A und B2 betitelten Schwarzen Löcher befinden sich ca. 23.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im galaktischen Zentrum der Milchstraße; das Besondere an ihnen ist nun nicht die Tatsache, dass sie existieren (das tun sie ja in jeder Galaxie), sondern dass es gleich zwei von ihnen gibt.

 

Saggitarius A hat eine Masse von 3 Mio. Sonnen und wird von Saggitarius B2 umkreist; die zweite Röntgenquelle befindet sich nur einige Lichtjahre vom Zentrum (Sgr A) entfernt, doch aufgrund der gigantischen Anziehungskraft des großen Schwarzen Lochs (das gravitativ immerhin eine komplette Galaxie mit 400 Mrd. Sternen halten kann!) kann es sich nicht von seinem "Großen Bruder" entfernen - beide Löcher sind wohl auf immer durch die Gravitation aneinander gebunden.

 

 

Materiewirbel

 

Interessanterweise hat man die Existenz des schwarzen Giganten erst dadurch nachgewiesen, als man Sterne beobachtete, die in verhältnismäßig kurzer Zeit einmal um das Zentrum "herumgewirbelt" wurden - lange konnte man sich nicht erklären, wodurch diese schnelle Umdrehung ausgelöst wurde. Die einzige logische Erklärung war: Die Anwesenheit eines Schwarzen Lochs im Zentrum der Galaxis.

 

Mit dieser seitdem mehrfach bestätigten These konnte auch erklärt werden, wieso die Sterne in unserer Galaxis nicht auseinanderfliegen - die zwei Schwarzen Löcher, die Eigenmase der Galaxis und schließlich die Dunkkle Materie, die noch niemand direkt nachweisen konte, halten die komplette Milchstraße zusammen und haben es wohl erst ermöglicht, dass das Sonnensystem nicht in die intergalaktischen Weiten aufgrund des Drehimpulses hinausgeschleudert wird.

 

Diese "Wirbelwirkung" der beiden Schwarzen Löcher lässt sich in folgender Darstellung beobachten:

 

 

 

 

Die hell leuchtenden Punkte sind Sterne, die sich um das Zentrum der Milchstraße drehen. Man erkennt deutlich (und das ist nicht nur die Fantasie des Künstlers, sondern durch Messdaten belegt) die verschiedenen Umlaufradien der Sterne. Kommt ein Stern dem Schwarzen Loch näher, wird er beschleunigt; in seiner geringsten Entfernung wird die Form des Sternes verbogen, und er wird mit hoher Geschwindigkeit herausgeschleudert und wird langsamer, um den gravitativen Tanz wieder von vorne zu beginnen.

 

Etwa 1.000 oder mehr Sterne kreisen um das schwarze Monstrum im Herzen der Galaxis. Diese Umkreisungen sind wie die der Planeten und ihrer Satelliten in unserem Sonnensystem - sie werden nie in die Mitte "stürzen", sondern ewig auf ihrem Kurs bleiben und noch in Milliarden von Jahren um den Giganten Kreisen, der nicht nur diese tausende Sterne in seinem Bann hält, sondern auch schließlich die Spiralform der Milchstraße mit ihren Seitenarmen ermöglicht.

 

Es erlaubt sich die Frage, ob Galaxien, wie wir sie kennen, eigentlich ohne solch ein Schwarzes Loch existieren würden, denn auch unsere Sonne wird von der gigantischen Schwerkraft festgehalten, die vom Kern der Galaxis ausgeht.


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NEIN, nein, nein, in diesem Eintrag geht es NICHT um das CERN, den LHC oder eine andere Verschwörungs- oder Katastrophentheorie, die mit dem vor mehreren Jahren gestarteten Experiment zusammenhängt. Hier geht es alleinig um Fiktion und Wissenschaft, bzw. um meine Vorstellung, wie es auf der "anderen Seite" eines Schwarzen Loches aussehen könnte.

 

 

 

Die andere Seite oder der andere Raum?

 

 

Ganz grob gefragt: Was würde passieren, wenn die Erde mitsamt der Menschheit durch ein Schwarzes Loch fallen/ gezogen werden würde?

 

 

Viele denken bei solchen Fragen an den Weltuntergang oder malen sich einen esoterischen Platz aus. Für manche ist es ein Wurmloch, ein Portal zu einem gänzlich unbekannten Winkel des Universums, der womöglich mehr als 5 Mrd. Lichtjahre entfernt sein könnte. Oder doch nur 5 Millionen, gar nur 500? Der Fantasie sind ebenso keine Grenzen gesetzt wie der Wissenschaft, denn selbst Letztere vermag nicht zu sagen, was mit der Materie passiert, die ein solches Loch verschluckt.

 

 

 

Was hätten wir davon, in Richtung eines Schwarzen Loches zu fliegen und uns in diesem kosmischen Mahlstein pulverisieren zu lassen? Einer Hölle gleich muss die unmittelbare Umgebung des Schwarzen Loches sein. Eigentlich ein Ort, an dem Kein Lebewesen je sein möchte.

 

 

Das Schwarze Loch könnte aber auch wortwörtlich eines sein, ein Zugang zu einem Gefängnis, aus dem Materie nicht mehr entrinnen kann. Tatsache ist, dass die Masse eines Loches sich immer weiter vergrößert, je mehr Material es aufnimmt. Wieso sollte also Materie dann entrinnen können, wie es uns hunderte Bücher und Magazine vorschlagen? Wieso soll es der Zugang zu einem Wurmloch sein? In einem solche Falle müsste die Materie wieder entweichen, aber das tut sie nicht, weil sich der Radius bei einem Schwarzen Loch, wie oben bereits erwähnt, solange vergrößert, wie es Materie aufnimmt Und wenn kein Material mehr in Reichweite ist, zerstrahlt es über die Jahrmilliarden hinweg.

 

 

Aber was wäre, wenne es wirklich der Zugang zu einem fremden Raum-Zeit Kontinuum sein sollte? Wenn vielleicht nur ein bruchstückhafter Teil der Materie entweicht, an einem völlig anderen Platz des Universums? Dann könnten wir in einer noch fernen, fernen Zukunft mit den richtigen technischen Mitteln die Möglichkeiten haben, Lichtjahre in Sekundebruchteile zurückzulegen. Aber das ist wiederum eine Fiktion der Fiktion und so unwahrscheinlich, dass es vermutlich nie so kommen wird, wie wir es uns wünschen.

 

 

Oder doch? Oder nicht? Was denn jetzt?

 

 

Welche Möglichkeit auch immer es geben wird, eines Tages eventuell solche Reisen zu unternehmen, sie liegen in einer sehr fernen Zukunft, sofern uns nicht bald eine fremde Rasse besuchen sollte und uns ihre Technologie gibt. Und das ist vermutlich erheblich wahrscheinlicher als ein Besuch von Menschen auf einem Lichtjahre entfernten Stern.

 

 

 

Ein anderer Mensch?

 

 

Angenommen, nächste Woche stünde eine solche Reise zum ersten Mal an und es wird von Menschen ausgelost, wer rein geht. Was erwartet ihn/sie? Ist der Ort, an dem er/sie herauskommt, bestimmbar, oder hängt es von der Laune des Schicksals ab, wo er/sie das Wurmloch verlässt? Ist eine "Straße" zu einem anderen Teil der Galaxis oder gar einer anderen Galaxie selbst? Mutmaßungen begleiten den jungen Recken/die junge Reckin auf ihrer Reise.

 

 

 

Im Disney-Film The Black Hole rast ein Schwarzes Loch auf die Erde zu. Der Mahlstrom des dunklen Giganten wird hier verharmlost dargestellt und spiegelt keineswegs die kosmologische Realität wieder.

 

 

Und wenn es denn nun passiert, was geschieht mit den zig Trilliarden Informationen, die unser Körper enthält? Position der Organe, der Arterien, ja, jedes einzelnen Moleküls? Werden wir unverändert befördert, oder geht in uns/ an uns eine Veränderung vor, die keiner so erwartet hatte? Wird der eigene Horizont erweitert oder findet eine evolutionäre Degradierung statt? Ist das Wesen, das man durch das Loch schickt, dann erweitert oder zurückgestuft worden?

 

 

Diese Fragen könnte man ins Unendliche fortführen, und man würde auf keine zufriedenstellende Antwort darauf erhalten.


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