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Die Beschäftigung mit dem Mars

 

 

Der Behauptung, dass kein Planet den Menschen so viele Mysterien liefert wie der Mars, kann Rechnung getragen werden, wenn wir uns die vielen und anhand des Erkenntnisgewinns qualitativ höchst unterschiedlichen Missionen anschauen, die von den Menschen auf den Mars geschickt wurden. Zwar ist der rote Planet der vermutlich besterforschte extraterrestrische Himmelskörper nach dem Mond, doch geben gerade die vielen Daten und Informationen, die man vom Mars erhält, den Wissenschaften der Planetologie und der Astronomie viele Rätsel auf. Es gilt wie überall in der Naturwissenschaft die Devise: Je besser man etwas erforscht, desto mehr Fragen werden aufgeworfen.

 

 

Ein beliebtes Thema in der Astronomie sind Außerirdische. Schon oft wurden die kleinen grünen Männchen in Verbindung mit dem Mars genannt, die Suche nach außerirdischen Lebensformen hat nicht nur bei SETI, sondern auch bei der NASA Hochkonjunktur. Doch unter dem Sammelbegriff „kleine grüne Männchen“ versteht man bei der US-amerikanischen Weltraumorganisation nicht etwa nach Hause telefonierende ETs oder haarige Wesen wie ALF, sondern etwas schlichtere und kaum zu sehende Formen von Leben: Bakterien und Mikroben.

 

 

 

Der Mars erscheint rot, weil in der Atmosphäre Eisenmoleküle gebunden sind. Das gibt dem Planeten sein "rostiges" Äußeres und animierte in der Antike die Römer dazu, diesen Himmelskörper wegen seiner blutroten Farbe mit dem Kriegsgott Mars gleichzusetzen.

 

 

Von diesen soll es, davon sind einige Wissenschaftler überzeugt, auf dem Mars einst gewimmelt haben. Durch die „Flucht“ des Wassers in den Weltraum (der Mars hat sehr geringe Anziehungskräfte), so die Überzeugung der Akademiker, wäre jedoch die Lebensgrundlage des Lebens auf dem Mars vernichtet und das Leben gezwungen worden, sich anzupassen. Diese Anpassung wäre etwa eine Verlegung des Lebensraumes in den Untergrund, durch den die tödliche kosmische Strahlung und die sauerstoffarme Luft nicht dringen können. Unter dem Boden werden noch heute Lebensformen vermutet; es wird fieberhaft nach ihnen gesucht.

 

 

Eng verbunden mit der Vorstellung von Leben ist das Vorhandensein von Wasser. Gerade auf dem Mars gab es, so die wissenschaftlich nachgewiesene Tatsache, einst ausgedehnte Meere, Flüsse und Seen. Als der Planet jedoch zur Ruhe kam, seine Atmosphäre in den Weltraum entwich und das Wasser auf Wanderung ging, wurde er zu dem roten und trockenen Himmelskörper, den wir heute kennen.

 

 

 

Der Mars und seine feuchte Vergangenheit

 

 

Als wäre die (nachgewiesene) Hypothese eines urzeitlichen Meeres, das in den Anfangstagen des Mars bestand, noch nicht genug bewiesen, so sind jetzt neue Hinweise auf die Existenz einer ausgedehnten Wasserfläche aufgetaucht. Das Radargerät MARDIS der europäischen Raumsonde Mars Express ist seit 2005 in Betrieb und liefert seit all den Jahren wichtige Radardaten über die Zusammensetzung des Planeten. Nun haben zwei Astronomen die Daten von zwei Jahren ausgewertet und dabei eine Schicht eines äußerst dünnen Materials entdeckt, die sich über die nördliche Hemisphäre des Planeten ausbreitet.

 

 

 

Im Vergleich der Planeten Mars und Erde erscheint der rote Planet wie ein Mahnmal an das Leben auf der Erde: Würde der blaue Planet so aussehen wie der tote rote Himmelskörper, wenn es kein Wasser gäbe?

 

 

Diese dünne Schicht interpretierten die beiden Forscher als Meeresablagerungen. Damit ähnelt die Form der großen Ablagerungsfläche der eines Meeres. Die „Ränder“ dieser Ablagerungen seien dabei als fossilisierte Küsten zu interpretieren. Das dünn abgelagerte Material gibt Hinweise auf Sedimentgestein und sogar Eis. Sedimentgestein ist ein Material mit sehr geringer Dichte, das durch die Erosion von Wasser abgetragen wurde und sich dann a einer anderen Stelle abgelagert hat.

 

 

 

Ozeane in der Frühzeit des roten Planeten

 

 

Der Ozean, den die Wissenschaftler gefunden haben, dürfte vor rund drei Milliarden Jahren existiert haben. Das Wasser dürfte sich nach Einschätzungen der Forscher relativ lange an der Oberfläche gehalten haben, bis es entweder verdampft ist oder sich als Eis zurück in den Untergrund gezogen hat. Ob sich hier innerhalb dieses Zeitraums Leben entwickeln konnte, ist fraglich.

 

 

Die Sedimentablagerungen sind der bisher beste Beweis dafür, dass es größere zusammenhängende Meere auf dem Mars gegeben hat. Auch wurde dadurch bewiesen, dass Wasser eine wichtige Rolle in der geologischen Geschichte des Mars gespielt hat – alleine schon durch das Vorhandensein großer Wasserflächen werden ganze Landschaften verändert.

 

 

 

Die Marssonde Mars Express liefert seit 2005 wichtige Daten zur Erforschung des Planeten.

 

 

Die einzige Frage, die durch diese neue Erkenntnis aufgeworden wurde, lautet: Wohin ist das Wasser verschwunden? Wie schon eingangs erwähnt glauben die Wissenschaftler, dass es entweder als Eis im Untergrund existiert oder infolge der „Atmosphärenflucht“ in den Weltraum schlicht und ergreifend verdampft ist; Wasser benötigt einen bestimmten atmosphärischen Druck, um flüssig zu bleiben. Ist dieser nicht gegeben, so kann Wasser verdampfen, obwohl es nicht den Siedepunkt erreicht.

 

 

Die Frage nach potenziellem (urzeitlichen) Leben auf dem roten Planeten ist damit freilich nicht beantwortet. Auch wenn das bloße Vorhandensein von Wasser in Form größerer Ozeane kein Garant für Leben darstellt, steigt doch die Wahrscheinlichkeit der Existenz von Bakterien oder Mikroben, wenn es mehrere Male in der Vergangenheit des Mars größere Wasserflächen wie Flüsse, Seen und sogar Meere gegeben hat.


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