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Neptun, Pluto, Uranus, Oortsche Wolke, interstellare Zone oder Kuiper-Gürtel - diese Begriffe hört man, wenn man sich mit Regionen befasst, die im galaktischen Maßstab zwar nur einen Katzensprung entfernt, doch für uns Menschen derart unvorstellbar weit weg sind, dass noch kein lebendes Wesen sie je mit bloßen Auge gesehen hat.

 


Die Rede ist von Himmelskörpern, die an der Grenze dessen liegen, was wir als Menschheit zwar mit Sonden erreichen können, aber (nach optimistischen Schätzungen) wohl erst in vielen hundert Jahren besucht werden können.

 


In diesem Eintrag möchte ich euch Orte vorstellen, die trotz ihrer großen Entfernung von der Erde eine ungemeine Faszination ausstrahlen.

 

 


Der Doppelplanet Pluto-Charon

 


Pluto, der Herrscher der Unterwelt, und Charon, der Fährmann des Flusses Styx - beide sind Figuren, die aus der griechischen (Charon) bzw. römischen (Pluto) Mythologie stammen. Welche Bezeichnung könnte dieses planetare Doppelpaar besser beschreiben als die gegebene? Da sie in einer Region liegen, in der sich sog. Transneptunische Objekte aufhalten (also Himmelskörper, die sich hinter dem offiziell achten und letzten Planeten, dem Neptun, befinden), ist ihr der Status trotz ihrer ungeheuren Größe kaum der eines Planeten, vielmehr der eines Zwerges – deswegen werden sie Zwergplaneten genannt.

 


Pluto, der nur bedingt größer als der irdische Mond ist, ist ein Ort extremer Dunkelheit und Kälte, zu dem nur 1/100.000 der Lichtstärke der Sonne, verglichen mit der Erde, gelangt. Im plutonischen Winter friert die dünne Atmosphäre zu und wird flüssig, im Sommer bildet sich eine feine Gasschicht. Das Weltraumteleskop Hubble hat diesen jahreszeitlichen Wechsel wie folgt aufgenommen:

 

 

 

 

Während auf dem linken Bild schwarze Flecken dominieren (Winter, es gibt keine Atmosphäre), wird die Oberfläche im Sommer von einer sehbaren Schicht aus Gas verdeckt, die hier weiß ist. Ebenfalls auffällig sind zwei seiner kleineren Begleiter, Nix und Hydra (ebenfalls aufgenommen von Hubble):

 

 

 

Beide Monde sind als kleine Lichtpunkte zu sehen, während die größeren Brocken Pluto und Charon wie Sonnen strahlen - dies ist ein Resultat einer langen Belichtungszeit, denn sonst hätten sie nicht gefunden werden können.

 

 

 

Der eisige Triton

 

 

Die geniale, nicht mehr im Sonnensystem befindliche Raumsonde Voyager hat etwa dieses Bild des Neptun-Mondes Triton (auch hier hat man sich wieder der griechischen Mythologie bedient) aufgenommen:

 

 

 

 

Interessant ist, dass es auf Triton zugefrorene Kraterseen gibt – passend zu seinem Namen als König des Meeres existiert unter seiner vereisten Oberfläche wohl ein riesiges Meer, das man jetzt noch nicht nachweisen kann. Ein solcher Kratersee sieht etwa wie folgt aus (extreme Nahaufnahme):

 

 

 

 

Mit ein bisschen Fantasie und Vorstellungsvermögen haben wir durchaus eine Landschaft vor uns, die an die Erde erinnert – nicht umsonst sind es oft die gleichen planetaren Mechanismen, die die Oberfläche formen. Bei diesem Mond kommt jedoch hinzu, dass er durch die enormen Gezeitenkräfte, die der Gasriese Neptun auf ihn ausübt, innen 'warm' gehalten wird - da gleichzeitig von außen die Kälte des interplanetaren Vakuums hinzukommt, mündet das in eine Verflüssigung des Bereiches unter der dicken Eisdecke. Ähnliche Eigenschaften besitzt z.B. auch der Jupitermond Europa.

 

 

 

Die Oortsche Wolke

 

 

Was bisher noch niemand aufnehmen konnte und was nur als imaginäres Konstrukt dient, wird Oortsche Kometenwolke genannt.

 

 

 

In sage und schreibe einem Lichtjahr Entfernung soll sich die ominöse Kometenwolke, die schätzungsweise eine Bio. Objekte enthält, befinden. Da die Kometen extrem leuchtschwach und klein sind, werden wir sie in der Wolke direkt wohl niemals aufnehmen können - erst, wenn sie ihre fantastischen Schweif ab der Bahn des Jupiter gen Sonne recken, können wir sie sehen.

 

 

Benannt wurde sie so, weil aus ihr jene periodischen Kometen wie Hale Bop kommen, die in einem gewissen Zeitrahmen und einer sehr unregelmäßigen Bahn um die Sonne kreisen. Was den Wanderzug der Kometen auslöst, kann nur vermutet werden. So sollen alle 80 bis 100 Mio. Jahre Sterne, die beim Durchgang des Sonnensystems durch die Galaktische Scheibe (unser Sonnensystem "schaukelt" gewissermaßen durch die Galaxis) die Kometen ablenkt und sie auf einen Kurs ins Innere des Sonnensystems - hier die Region ab Pluto) schickt.

 

 

Was man  "Konstrukt" nennen kann, ist das Wort Wolke. Es handelt sich nicht um eine Wolke im herkömmlichen Sinn, sondern vielmehr um Abermilliarden Gesteins- und Eisbrocken, die in unglaublicher Entfernung voneinander liegen, aber noch durch die Gravitation unseres Gestirns am Platz gehalten werden.


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Yggi's Kosmos Triton Neptun Pluto Charon Doppelplaneten Sonnensystem Oortsche Wolke Nix Hydra


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Nachdem ich egtl. gestern Abend bereits den neuesten Eintrag poste wollte, dies aus Zeitgründen aber leider nicht schaffte, kommt er hier nun. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!



 



Die Oortsche Wolke



 



Was gab es nicht für einen Aufschrei (wie egtl. immer, wenn eine neue Theorie, scheinbar populärwisenschaftliche These aufgestellt wird), als die ersten Forscher aufgrund mathematischer Berechnungen die Existenz von Schwarzen Löchern vorhersagten; Einstein hat in seiner allgemeinen Relativitätstheoriebereits jene Objekte berechnet, die so stark komprimiert sind, dass sie die Raumzeit zerstören und zu einem alles verschlingenden Monstrum werden.



 



http://www.meta-evolutions.de/images/ssdc/ssdc-komet-bradfield-198711xx.jpeg



Kometen – schon seit Jahrtausenden fesseln sie die Menschen, haben schon viele Male in der Erdgeschichte Unglück über uns gebracht. Jetzt hat man die Quelle dieser Brocken gefunden.



 



 



Einen ähnlichen Aufschrei gab es (wenn auch in kleineren, der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Kreisen) auch, als die ersten Vermutungen über eine Wolke aus Kometen in ein bis zwei Lichtjahren Entfernung aufgestellt wurde – die These/Theorie einer Wolke, aus der alle langperiodischen Kometen stammen sollten, die die Bahnen der Planeten in den letzten Jahrtmilliarden gekreuzt haben.



 



Als diese „Wolke“, wohl eher Blase, dann nachgewiesen wurde, hatte man eine Antwort – eine Antwort auf viele Fragen, mit deren Beantwortung man teilweise nicht in diesem Jahrhundert gerechnet hat.



 



Die Oortsche Wolke wurde entdeckt, der Ursprung fast aller Kometen, der Grund für Massensterben auf der Erde; nun, vielleicht nicht ganz entdeckt, aber sehr logisch und genau postuliert, sodass die Existenz der Wolke und die Entdeckung nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte.



 



http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/b/bf/Oortschewolke.jpg



Eine nicht ganz maßstabgerechte Grafik der Wolke: In mehreren Lichtjahren Entfernung umgibt sie das Sonnensystem wie eine Atmosphäre – der äußerste Rand, nach welchem der Einfluss unserer Sonne aufhört.



Manche Wissenschaftler vermuten, die Wolke ginge teils in den Kuiper-Gürtel über.



 



 



Die Idee von einer Kometenwolke



 



Man vermutet, dass die Oortsche Wolke in einer Entfernung von 1 bis 2 Lichtjahren um das Sonnensystem existiert.



 



Man konnte bisland noch keine genaueren Daten messen, da in dieser Entfernung Kleinstobjekte wie Kometen (mit einem Durchmesser von vielleicht maximal 1000 km) und Kleinplaneten kaum von Licht bestrahlt werden – ist doch die Strahlenquelle, die Sonne, mehrere Lichtjahre entfernt.



 



Die Wolke ist gravitativ an die näheren Sterne gebunden – hauptsächlich an unsere Sonne, aber auch ein bisschen an Alpha Centauri A und B.



 



Doch wie kam man auf die Idee, dass es eine Wolke mit Kometen geben könnte?



http://www.astro.uni-bonn.de/%7Edeboer/praktikant/oortkuiper.jpg



Diese dichte Ansammlung erscheint übertrieben, befinden sich die Objekte doch vermutlic sehr viel weiter auseinander.



 



Die Entwicklung der These



 



Jan Hendrik Oort, seines Zeichens niederländischer Astronom, der im Jahre 1992 starb, stellte die These auf, dass es im Sonnensystem keine periodisch auftauchenden Kometen mehr geben dürfte, wenn diese doch nach einigen Passagan durch das Sonnensystem zerstört werden. Unter dieser Voraussetzung wäre das Solarsystem, wie bereits gesagt, leer von jeglicher Materie, die wir Kometen nennen.



 



Die Theorie umfasst ebenso die Entstehung der Oortschen Wolke: Nach der Entstehung des Planetensystems sei der größte Rest (der sich logischerweise nicht im Kuiper-oder im innersolaren Asteroidengürtel befinden kann), der sich nicht zu Planeten oder Monden entwickeln konnte, von der immensen gravitativen Kraft des Jupiter in eine weit von der Sonne entfernte Bahn geschleudert worden.



Dort wurden die Brocken isotrop, das heißt schalenförmig, durch die (wiederum) gravitative Kraft anderer Sterne angeordnet.



Trotz ihres großen Abstanden sind die Objekte an die Sonne gebunden. Man vermutet, es befinden sich 10 Milliarden bis 1 Billion Objekte in dieser isotropen Schale.



 



 



Wenn ein Stern ihre Bahn stört



 



Ab und zu wird die Wolke durch einen anderen Stern oder den Gezeitenkräften der Milchstraße gestört und mehrere Objekte wandern dann in Richtung Sonnensystem und tauchen bei uns als langperiodische Kometen auf.



 



Dies geschieht in einem aufällig rhytmischen Abstand; und zwar meist jedes Mal, wenn die Sonne auf ihrem Weg um die Milchstraße einen massereichen Ort im Orionarm passiert.



 



Dazu sollte man wissen, dass unsere Sonne „auf und ab schwankt“; d. h., sie dreht sich nicht nur um die Milchstraße, sondern schwankt, horizontal gesehen, auf ihrem Weg von oben nach unten. Alle 20 bis 30 Mio. Jahre durchstößt sie dabei eine sternereiche Region.



 



Jene Sterne, die sich dann in der Nähe des Sonnensystems befinden (zur Zeit sind dies Alpha Centauri, Fomalhaut, Arktur, etc.), beeinflussen durch ihre Gravitation die Wolke, sodass einzelne Kometen aus ihre herausgelöst und in Richtung Sonne geschleudert werden, wo sie dann einige hunderttausend Jahre existieren dürfen, ehe sie von der Sonnenstrahlung zersetzt werden.



 



Oder sie knallen auf einen blauen Planeten und löschen für ein paar Dekaden mal fast das ganze Leben aus.



 



http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e5/KT-impact.gif



Wenn ein Stein vom Himmel fällt, hat dies katastrophale Auswirkung auf die Erde – dies wäre ein etwas zu großer Brocken, er würde die Erde vermutlich komplett zerstören – aber der ungefähre Ablauf des Einschlags wäre wohl der Selbige.



 



 



Diese Beeinflussung der Wolke durch andere Sterne ist mit ein Grund für das auffällig regelmäßige Massensterben auf der Erde durch kosmische Ursachen. Man könnte nun fragen: Wäre das Leben ohne diese Beeinflussung tatsächlich so weit gekommen wie jetzt, oder sind Massenaussterben gar nicht notwendig, damit sich Leben weiterentwickelt?



Tatsache ist zum.: Leben braucht Stress. Ohne Stress entwickelt es sich nicht weiter – weswegen wir uns eine Frage stellen müssen:



 



Gäbe es uns, wenn die Oortsche Wolke nicht wäre?



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Wochen des Universums Astronomie Oortsche Wolke Yggi's Kosmos


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