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Wenn Astronomen, oder respektive ihre verlängerten Sehorgane, im All stationierte Teleskope und Satelliten, fremde Planeten (sog. Exoplaneten) entdecken, die um andere Sterne kreisen, so handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen "heißen Jupiter": ein Gasplanet, dem größten Planeten des Solsystems (unser Sonnensystem) nicht ganz unähnlich, umkreist in atemberaubender Geschwindigkeit und binnen weniger Tage seinen Heimatstern. Die unglaubliche Nähe zu seinem Stern heizt ihn auf, er ist ein "heißer Jupiter", wie eben eingeführt.

 

 

 

Wie er da so durch das interstellare Vakuum schwebt, erinnert er von der Oberflächenstruktur ein wenig an den Planeten Melancholia, der in Lars von Triers gleichnamigen Film mit der Erde zusammenkracht und alles Leben auslöscht.

 

 

Selten, oder so gut wie gar nicht, ist es möglich, dass unsere Teleskope Planeten entdecken, die der Erde ähneln - und doch, zwischen den mittlerweile weit über 1.000 katalogisierten Exoplaneten, die um andere Sterne kreisen, gesellt sich ein "winziger" Planet hinzu, der seit Wochen schon als Ausnahme und als Glückstreffer bezeichnet wird. Es scheint, als habe die Raumsonde Kepler, benannt nach dem bekannten Astronomen, der die Planetenbewegungen kartographierte und die kepler'schen Bahnen einführte, einen Planeten entdeckt, der nicht nur so groß ist wie die Erde, sondern auch (und hier kommt die eigentliche "Sensation") bewohnbar sein könnte.

 

 

Ganze 600 Lichtjahre - ein interstellarer Katzensprung - entfernt liegt der Planet, der von den Astronomen der 1902 in Washington gegründeten Carnegie Institution for Science Kepler 22b getauft wurde. Der Exoplanet ist ca. 2,4fach so groß wie die Erde und umkreist einen Stern der G-Klase, zu der auch unsere Sonne gehört. Der Stern ist jedoch etwas leuchtschwächer als Sol, sodass der Planet ein wenig näher zu seinem Stern sein muss als unsere Erde zur Sonne, um den Defizit an Leuchtkraft auszugleichen.

 

 

Und auch dieses Kriterium scheint Kepler 22b zu erfüllen: Er ist etwa 15% näher an seiner Sonne dran als die Erde an unserer, was ihn durchaus in die sog. habitable Zone bringt - jene Zone um einen Stern, in der weder zu viel noch zu wenig Sonnenstrahlung auf den Planeten gelangt und die hypothetisch für lebensfreundliche Umweltbedingungen sorgt. Der Exoplanet umkreist seinen Stern in 290 Erdtagen, auf ihm herrscht eine Temperatur von 22 Grad Celsius. Das Vorhandensein von flüssigem Wasser, unserem Verständnis von Exobiologie nach unabdingbar für die Entstehung von Leben, könnte also der Fall sein.

 

 

Der Planet umkreist einen Stern, der sich ziemlich leuchtschwach zwischen den Sternbildern Leier und Schwan kaum von seiner stellaren Umgebung abhebt. Ob es sich bei Kepler 22b um einen Gesteinsplaneten oder einen Gasplaneten handelt ist nach wie vor ein Rätsel - Astronomen sind sich sicher, dass auf einem Gasplaneten kein Leben existieren könnte. Deswegen ist es vorerst das oberste Ziel der Wissenschaftler, die Natur des Planeten näher zu erforschen.

 

 

 

Kepler 22b ist etwa 2,4fach so groß wie die Erde. Ob es sich um einen Gesteinsplaneten (nur auf diesen wird die Möglichkeit der Entstehung von Leben vermutet) oder um einen Gasplaneten handelt, ist nicht bekannt.

 

 

Kepler 22b ist damit der erste Planet, der eine sog. "Supererde" sein könnte. Supererden, das sind größere "Variationen" unserer Erde, also Gesteinsplaneten, etwas größer als die Erde, auf denen Lebensbedingungen wie bei uns herrschen könnten.

 

 

Das Besondere an der Entdeckung ist nicht, dass es sich um eine Supererde handeln könnte - von den bereits mehr als 1.000 entdeckten Planeten sind etwa nur 50 in dem Bereich eines kleineren Gesteinsplaneten - sondern dass es sich um eine Supererde handelt, die sich in der habitablen Zone befindet! Bisherige Entdeckungen von Planeten in der habitablen Zone haben nur heiße Jupiter gezeigt - Kepler 22b ist tatsächlich der erste Exoplanet, den man nach jahrelanger Sucherei als Supererde in einer bewohnbaren Zone um seinen Heimatstern zuordnen könnte.

 

 

Alan Boss, der führende Astronom an dem Institut, das den Planeten entdeckte, meinte ganz ungeniert, dass die Entdeckung von Kepler 22b erst das wahre Ausmaß von bewohnbaren Planeten in der Milchstraße enthüllen könnte.

 

 

Meine Ansicht der Entdeckung

 

Wow, was eine Entdeckung... solche Sensationsmeldungen zeigen, dass es sich lohnt, Gelder für die Beobachtung des Weltraums zu verwenden. Diese Entdeckungen lehren uns nicht nur etwas über die ferne Fremde, sondern auch über unsere Heimat. Und darüber, dass wir das Leben wertschätzen sollten, denn allem Anschein nach ist es selten. Wenn nicht sogar einzigartig auf weiter Flur; wer weiß, wo der nächste bewohnbare (und bewohnte!) Planet sich befindet...


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