Yggi's Kosmos

Eine Reise durch Raum, Zeit & die Welt der Videospiele

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Inter-, extra-, intra- und andere Vorsilben werden vorzugsweise eingesetzt, wenn man mit Fachtermini in den Wissenschaften um sich schmeißt und kleinere Variationen des Geschriebenen, beispielsweise in einer Hausarbeit, anstellen möchte. So ist etwa die Literatur des Mittelalters intermedial, da sie nicht nur die Schriftlichkeit bediente, sondern auch die mündliche Nacherzählung z.B. einer Legende; in der Biologie wird zwischen der in- und ex vitro Fertilisation unterschieden, die Befruchtung einer weiblichen Eizelle inner- oder außerhalb eines Glases, während man vor allem in kommunizierten Naturwissenschaften (in Magazinen oder Vorträgen) das Wort extra- und inter- verwendet, um Forschungsergebnisse, die man in Form von Zahlen vorliegen hat, dem Leser oder Zuhörer verständlich zu präsentieren.

 

 

Sehen wir einmal davon ab, dass Fremdwörter die deutsche Sprache und den Wissenschaftsbetrieb in Good old Germany drangsalieren und konzentrieren uns auf den Teil, den sie zu um- und beschreiben suchen. In der Astronomie ist, wie eingangs in aller Ausführlichkeit erwähnt, der Terminus des interstellaren/interplanetaren Mediums üblich. Damit beschrieben wird der Raum, der sich zwischen den Sternen und /oder den Planeten ausdehnt. Sehen wir das Wort ‚Medium‘ in dieser Bezeichnung, denken wir sofort an etwas Stoffliches, z.B. eine Flüssigkeit. Bei diesem Medium aber handelt es sich nur im entferntesten Sinne um eines, denn bekanntlich ist der Raum ein semantisch solcher, also ein leerer Ort. Dieser leere Ort ist aber nicht wirklich komplett leer: Astronomen haben herausgefunden, dass zum Beispiel im interstellaren Medium – dem Raum also zwischen zwei Sternen, etwa unserer Sonne und dem nächstgelegenen Stern, Alpha Centauri – Gasmoleküle vorhanden sind. Pro Kubikmeter gibt es allerdings nur ein einziges Molekül/Atom, sodass die gesamte Menge der Gasmoleküle im interstellaren Medium in der Milchstraße kaum von Belang ist.

 

 

Ungleich höher ist die Dichte im interplanetaren Medium, dem Raum zwischen den Planeten in einem Sonnensystem: Hier befindet sich ein Gasmolekül pro Kubikzentimeter. Dies betrifft aber nur den leeren Raum und keinen Himmelskörper: würden wir eine durchschnittliche Dichte annehmen im gesamten Sonnensystem messen, wäre diese reichlich höher, da wir die Planeten, Monde, die Asteroiden und Kometen sowie die Sonne dazu rechnen müssten.

 

 

Alles ist eins: Planeten wie die sog. "Supererde" Gliese und ihre Sonne haben eines mit uns gemeinsam: Sie sind über das interstellare Medium mit uns verbunden. Nur durch den Raum zwischen den Sternen könnten wir dorthin reisen.

 

Doch unterscheidet sich die Zusammensetzung des interplanetaren Mediums nur minimal von dem des interstellaren: Im Sonnensystem ist der „leere“ Raum zwischen der Sonne, den Kometen, Planeten und Monden durch die von unserem Zentralgestirn ausgehenden Sonnenwinde bestimmt. Dieser stetige Teilchenstrom ist kaum sichtbar, macht sich auf der Erde aber als Polarlicht bemerkbar. Der Sonnenwind besteht aus elektrisch geladenen Teilchen, die bis zu einer bestimmten Entfernung geweht werden.

 

 

Die schon vor Jahrzehnten auf eine Mission ohne Rückkehr geschickte Raumsonde Voyager wird diese Grenze bald erreichen. Voyager ist schon weit hinter dem Pluto und allen uns bekannten größeren Himmelskörpern und wird die sog. Heliopause – die Region, in dem der Sonnenwind und damit auch das interplanetare Medium aufhören – erreichen. Inwiefern dies von Belang ist, weiß der Autor dieses Textes nicht, doch ergibt sich der Wissenschaft die Möglichkeit, die Zusammensetzung des interstellaren Mediums zu analysieren, sofern Voyager bis dahin noch funktioniert; da die Sonde auf Sparflamme läuft und die Kälte des Raumes ihr schwer zusetzt, weiß man nicht, wie lange und wie gut das verlängerte Auge der Menschheit noch funktionieren wird.

 

 

Und welchen Sinn hat es, über das Nichts zu schreiben? Ich bin mir sicher, nach diesem Text denkt sich der eine oder andere Leser: „Wieso hat er nicht über ein anderes Objekt im Universum geschrieben, wieso verfasst er ausgerechnet einen Text über das interstellare Medium?“

 

 

Nun, die Frage ist ganz einfach. Im interstellaren Medium, bzw. im interplanetaren, da sind wir, die Menschen, die auf einem kleinen Planeten namens Erde ihr kurzes Dasein fristen. Das interstellare Medium ist so unvorstellbar gigantisch, riesig, so numinos wie nichts anderes im Kosmos. Jeder noch so große rote Riesenstern verblasst gegen die Größe dieses todschwarzen Raumes und schrumpft zu einem kleinen Punkt, der sein Dasein diesem Medium, auf das Weiteste getrennt von den anderen Objekten, die seine Existenz beenden könnten, verdankt. Das Universum, so wie wir es kennen, erhält seine scheinbare Unendlichkeit erst durch den leeren Raum, der sich unermesslich in alle Richtungen, vielleicht auch in alle Dimensionen, ausdehnt. Dieser Raum verleiht dem Kosmos sein Antlitz, er isoliert seine Objekte in einem durchdringlichen unendlichen Nichts und behandelt alle gleich, ob Stern oder Planet.

 

 

 

Lichtpartikel, die das menschliche Auge oder das Teleskop erreichen, werden als Sterne, Nebel und Galaxien wahrgenommen. Durch sie können wir in eine Vergangenheit blicken, die oft Jahrmillionen zurückliegt. Dieses Licht sagt so Vieles aus, und hauptsächlich erfahren wie durch das Leuchten der fernen Sterne die wahren Ausmaße des Universums. Sie machen den Kosmos sichtbar, doch enthüllen sie auch das gigantische Nichts, das sie umgibt.

 

 

Doch erst wenn wir dieses Nichts erfassen, wenn wir uns ein Universum vorstellen, in dem die einzelnen Himmelskörper so unendlich weit voneinander entfernt sind, dann wird uns klar, welche Ausmaße der Kosmos wirklich hat. Im Kosmos ist, bis auf ein paar Ausnahmen, nichts nahe beieinander, und nur ab und zu trifft man eine Galaxie, nur um zu entdecken, dass selbst in dieser die Entfernungen so groß sind, dass niemals ein Lebewesen sein Habitat wird verlassen und zu einem anderen Stern reisen können.

 

 

Diese traurige, melancholische Aussicht und Erkenntnis beendet unsere kühnen Entdeckerträume. Die Menschheit, die schon die Erde und das Sonnensystem erkundigt hat, wird niemals weiter kommen als über eine bestimmte Grenze. Wir sind verdammt, in unserer eigenen Einsamkeit unser Dasein zu beenden. Ein Wimpernschlag des Universums ist ein ganzes Menschenleben, und zehntausend Wimpernschläge später ist die Rasse der Humanoiden ausgelöscht, ohne das wir verstehen, wie und warum. Doch vergewissern wir uns, dass diese Wimpernschläge für das Universum sehr kurz, für das Leben auf der Erde doch so lange sind, stimmt das optimistisch. Wir, die wir uns haben, die auf einem Himmelskörper voller überquellender Lebensfreude, Hoffnung und Schönheit leben, sind nur oberflächlich einsam – in unserem Herzen wissen wir, dass wir einander haben, und das ist so viel mehr wert als alles andere auf der Welt oder im unendlichen Universum.


Tags:

Interstellares Medium Yggi's Kosmos Philosophie Planeten Interplanetar Stern Galaxie Atom Molekül Planet


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Mister Wong spricht klare Bände.


 


Das Internet ist ein Ort verrücktester und irrationalster Sachen.


 


Nachdem ich heute wegen starken Interesses in Google nach dem Stichwort Atomkrieg suchte, entdeckte ich auf mittlerer Stelle auf der ersten Seite einen etwas merkwürdigen Link, den ich als Bilddatei abegspeichert habe:


 



 


Ich weiß, wie das von dieser Seite 'gemeint' ist (das würde sie bei jedem häufigeren Begriff sagen), aber trotzdem recht lustig - auch wenn man gerade über ein solches Thema nicht lachen kann (oder sollte).


 


An dieser Stelle verabschiede ich mich ins Bett und verspreche euch für die Zeit nach den Klausuren, den gewohnten Blogalltag wieder aufzunehmen, d.h., regelmäßiger zu posten.


Tags:

Atomkrieg


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